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Wasserverteilung


Nun verlassen wir den unter Naturschutz stehenden 38 Meter hohen Kreuzberg und seine Parkanlagen und gelangen über den Bartlmühlweg und die Böhmerwaldstraße zur historischen Wasserverteilungsanlage. Wie wir bereits wissen, floss der Stadtbach in den Stadtweiher, dessen südlicher Überlauf in das Grabensystem der Altstadt ging, während der nördliche die Stadtmühle betrieb und sich nach dieser Nutzung in den tiefer liegenden Stadtgraben ergoss. Die hier vereinigte Wassermenge wurde wieder geteilt und versorgte einerseits den Wallgraben um die Neustadt, wo bereits der Überlauf zur Wässerung von 12 Parzellen benutzt wurde. Der Hauptfluss lief nach Nutzung in der Mühle in eine Wasserteilanlage und wurde dort in sechs Bachläufe aufgelöst, die verschieden stark waren, entsprechend der Anzahl und Größe der zu versorgenden Grundstücke. Die Beschickung der 46 Parzellen erfolgte durch ein Grabensystem, in das nach einem festgelegten Zeitplan das Wasser stundenweise geleitet wurde. Für die Einhaltung des Wässerungsplanes sorgten die Anlieger selbst. Zur festgesetzten Stunde erschienen sie mit der Haue, um durch Abdämmung mit Rasenstücken das Wasser auf ihr Grundstück zu leiten. Wie aus den Akten ersichtlich, kam es immer wieder zu Zwistigkeiten, zur gegenseitigen Beschuldigung des Wasserdiebstahls. Von einem in der Nähe stehenden Martel erzählt man, dass dort einer beim Streit um das Wasserrecht erschlagen wurde.

Unsere rekonstruierte Wasserteilanlage zeigt, wie wichtig diese Einrichtung in früheren Jahrhunderten für die Landwirtschaft, dem Erwerbszweig ersten Ranges, gewesen ist. Die Teilung besorgen fünf Steine. In Richtung des Wasserlaufes ist ihnen ein Trennstein eingefügt, der verhindern soll, dass das Wasser wieder zusammenfließt. Vier der Steine haben je zwei Durchlässe, einer einen Überlauf und einen kreisrunden Durchlass. Die Steine sind aus einheimischen Granit und roh behauen, die Durchlässe aber sehr sorgfältig ausgearbeitet. Die Lage in einem leicht fallenden, künstlich erweiterten Bachbett ermöglicht es, bei jedem Durchlass einen Teil der Wassermenge abzuzweigen und wahlweise nach links oder nach rechts zu leiten und über die ganze Wiesenfläche zu führen. Über das Alter der Anlage gibt es keine genauen Hinweise. In den Beständen des Pfarrarchivs sind Wiesenbewässerungen in der Zeit nach 1750 erwähnt, ein genauer Teilwässerungsplan ist noch vorhanden. Erstmals wird 1614 in dieser Flur eine "Wasserleiten" genannt.


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