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Erzabbau


Bei der Fortsetzung unseres Entdeckungsganges stoßen wir 200 Meter weiter auf eine Höhle, die mit einem schmiedeeisernen Tor verschlossen ist. Zu deren Vorgeschichte: Bei einer Sprengung im Jahre 1897 war man erstaunt, als die Ladung mit einem dumpfen Knall nach innen verpuffte. Lediglich ein kleines Loch war zu sehen, das man so weit vergrößerte, dass ein Mann einsteigen konnte. Eine Leiter wurde hinuntergelassen, und ein Mutiger wagte es, mit einer geweihten Kerze in der Hand ins Ungewisse hinabzusteigen. Es zeigte sich ein Gang, der sich nach ca. 15 Metern nach unten neigte und dort verschüttet war. Abgebrannte Kienspäne staken in den Felsenritzen, und die Bearbeitung der Wände und der Wölbung ließen auf die Arbeit von Fachleuten schließen. Viele Legenden rankten sich nun um diesen geheimnisvollen Gang, den die einen als einen Fluchtgang von der Burg nach Leuchtenberg ansahen, die anderen in ihm ein Gefängnis vermuteten. Der Berg hütete sein Geheimnis bis zum Jahre 1965, als bei der Durchsicht der Pleysteiner Bestände im Stadtarchiv Amberg ein Akt aufgefunden wurde, der die Entstehung des Ganges und seine Geschichte belegt, die nicht weniger interessant ist als die Legenden.

Dieser 1897 gefundene Gang ist das blinde Ende eines Stollens, der in den Jahren 1738 / 39 bei der Suche nach Eisenerz durch die Breitseite des Schlossberges getrieben wurde. Im Mittelalter war die Oberpfalz berühmt für ihre Eisenerzverarbeitung. Sie war sozusagen das Ruhrgebiet ihrer Zeit. Viele "Hammer" erinnern heute noch an diese Zeit: Neuenhammer, Peugenhammer, Finkenhammer u.a. Das Erz kam überwiegend aus Sulzbach-Rosenberg. Ein Ochsengespann fuhr eine Woche hin und eine Woche wieder zurück mit dem fertigen Eisen. Zur Herstellung von Eisen wurde Holzkohle verwendet, da diese zu 90 % aus reinem Kohlenstoff besteht. 100 Festmeter Holz waren notwendig um eine Tonne Eisen herzustellen. Um diesen riesigen Bedarf decken zu können, pflanzte man nur noch Nadelholz, weil dies schneller wuchs. So vernachlässigte man andere Holzarten: Anstelle des früheren Mischwaldes entstanden die heutigen Monokulturen. Zur Herstellung der Holzkohle wurde das Holz kuppelförmig aufgeschichtet und mit einer Erdschicht bedeckt, unter der das entzündete Holz wochenlang weiterglimmte. Diese Meilerplätze finden sich überall in den umliegenden Wäldern. Um 1850 wurde die Eisenherstellung eingestellt, da die Wälder restlos abgeschlagen waren und weil man im Ruhrgebiet durch moderne Technik die tiefliegende Steinkohle abzubauen begann.

 


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