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Stadtweiher


Nun gehen wir am Rathaus vorbei weiter in Richtung Altstadt und kommen zum Stadtweiher, dem "spiegelnden Herzen des Ortes". Untrennbar mit diesem ehemaligen Schlossweiher verbunden ist der Stadtbach, ein künstlicher Wasserlauf, der im Mittelalter angelegt wurde. Er ist die Fortsetzung des Schwarzenbachs, der am Fuße des Fahrenbergs seine Quellen hat. Bis zum Burgstall hat er einen natürlichen Lauf, um dann südlich desselben abgeleitet zu werden und als Stadtbach seine Fortsetzung zu finden. Die Länge beträgt 2,75 km bei einem Höhenunterschied von 2 Metern vom Ursprung bis zum Erreichen der Stadtgrenze. Das entspricht einem Gefälle von 0,7 Promille, und es ist nicht verwunderlich, dass diese meisterhafte Leistung mit Legenden umrahmt wurde. Kooperator Troßner berichtet im Jahre 1860 die damals auf Überlieferung basierende Legende, dass der Schlossweiher mit seinem Zulauf von zwei Delinquenten angelegt wurde, die zum Tode verurteilt waren. Der Heimatdichter Anton Wurzer hat daraus eine schöne Sage gemacht.

Man nimmt an, dass der zum Bau der Burg notwendige Sand dort ausgegraben wurde und sich dadurch eine große Vertiefung ergab, in die man das Wasser des Stadtbaches leitete. Der Weiher war somit das Sammel- und Ausgleichsbecken, von dessen Überlauf die Wallgräben der Stadtbefestigung gespeist wurden. Von dem sonderbaren Weiher, in dem sich kein Frosch hält, berichtete Georg Dietrich Altmann in seiner Beschreibung der Herrschaft Pleystein vom Jahre 1627. Er bringt auch die Sage von der jungen Landgräfin, die in den Wochen lag, gestört von dem Quaken der Frösche, die sich durch einen Mönch verwünschen ließ. Das alles hat geschichtliche Hintergründe, und die Tatsache, dass sich kein Frosch im Stadtweiher hält, hat heute noch Gültigkeit. Der Weiher galt und gilt auch heute noch bei den Leuten als Barometer. Ist die Oberfläche klar, so ist schönes Wetter zu erwarten. Kommt schlechtes Wetter, so steigen die Verunreinigungen in die Höhe und werfen oft Blasen.

Der Stadtbach genoß zu allen Zeiten eine große Wertschätzung. Sein Lauf im Stadtbereich führte durch die Steingasse in einem Bett von sorgfältig behauenen Quadern. Manche von ihnen hatten eine Länge von mehr als drei Metern und eine Stärke von ca. 40 Zentimeter. Die Weite der Wasserrinne war 45 cm, die Tiefe 40 cm. Das kostbare Wasser wurde bis zur letzten Möglichkeit genutzt. Die ersten Abzweigungen lagen schon am Stadtrand. Nach Norden ergoss sich der Überlauf. Der südliche Überlauf des Stadtweihers ging in das Grabensystem der Altstadt. Hierzu später mehr zum Thema "Wasserverteilungsanlage". Der Stadtbach wurde früher gehegt und gepflegt, und Verunreinigungen wurde hart bestraft. Er war der Stolz der Bürger, und man brachte große Opfer für ihn. Im Jahre 1975 wurde der Bach verrohrt, und bei diesen Maßnahmen wurde auch das wertvolle Bachbett herausgenommen bis auf einen Rest von ca. 30 Metern in der Steingasse. Soweit zum Stadtbach und zum Stadtweiher. Da dieser Teich am Fuße des Kreuzberges liegt und wir unsere Blicke immer wieder zur barocken Wallfahrtskirche auf dem Plateau des Rosenquarzgesteins werfen, können wir der Verlockung nicht widerstehen, und wir marschieren wacker die Straße oder über den fast parallel dazu verlaufenden "Invalidensteig" den Berg hinauf. Vor den im Jahre 1880 aufgestellten Kreuzwegstationen können wir, falls nötig, Verschnaufspausen einlegen.


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